Jesum Habemus Socium

Menschen lernst du kennen, um sie zu lieben, Jesus liebst du, um Ihn kennenzulernen.

#16 Die Prophetin der Endzeit (Gedanken vom Hochfest des Karmel)

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Unsere Geschichte beginnt in einer Keltensiedlung des heutigen Frankreichs, unter den Römern Augustoritum genannt. Heute kennen wir den Ort unter dem Namen Limoges, das seit dem 18. Jahrhundert für seine großartigen Porzellanarbeiten bekannt ist.

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Im 12. Jahrhundert wird Berthold von Kalabrien in Solignac bei Limoges geboren, und er wächst zur Hochzeit der christlichen Kriegszüge in den Orient auf. Der Überlieferung nach soll Berthold am Zweiten Kreuzzug (1147-1149) teilgenommen haben. Der Kreuzzug endete nach mehreren Niederlagen der Kreuzfahrer im dritten Jahr ergebnislos, hatte aber für Berthold von Kalabrien (und die katholische Kirchengeschichte!) weitreichende Folgen…

Eine Vision, in der ihm Jesus Christus die schlechten Taten der christlichen Soldaten vor Augen führte, soll ihn um 1155 dazu veranlasst haben, sich auf den Berg Karmel (nahe Haifa) zurückzuziehen. Dort entstand eine kleine Niederlassung von Kreuzfahrern und Pilgern in der Nähe des Eliasbrunnens.

Die ersten Brüder lebten noch ohne Ordensregel in strenger Askese als Eremiten, aber in einer lockeren Gemeinschaft. Der Prophet Elija war für die Brüder ein Vorbild für ihr Einsiedlerleben. Nach Berichten mancher Historiker wird der heilige Berthold von Kalabrien (der Beiname von Kalabrien wurde Berthold im Orient wie allen abendländischen Einwanderern verliehen) als Gründer angesehen. Die Gemeinschaft nannte sich Orden der Brüder der seligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel.

Im 1. Buch der Könige (Kapitel 18) ist zu lesen:

41 Dann sagte Elija zu Ahab: Geh hinauf, iss und trink; denn ich höre das Rauschen des Regens.

42 Während Ahab wegging, um zu essen und zu trinken, stieg Elija zur Höhe des Karmel empor, kauerte sich auf den Boden nieder und legte seinen Kopf zwischen die Knie.

43 Dann befahl er seinem Diener: Geh hinauf und schau auf das Meer hinaus! Dieser ging hinauf, schaute hinaus und meldete: Es ist nichts zu sehen. Elija befahl: Geh noch einmal hinauf! So geschah es siebenmal.

44 Beim siebten Mal meldete der Diener: Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand, steigt aus dem Meer herauf. Darauf sagte Elija: Geh hinauf und sag zu Ahab: Spanne an und fahr hinab, damit der Regen dich nicht aufhält.

45 Es dauerte nicht lange, da verfinsterte sich der Himmel durch Sturm und Wolken und es fiel ein starker Regen. Ahab bestieg den Wagen und fuhr nach Jesreel.

In einer Christus-Vision und der Versenkung asketisch lebender Mönche in das Leben und Wirken der Gottesmutter liegen die Wurzeln des Karmeliterordens. Männer und Frauen dieses Orden werden durch acht Jahrhunderte hindurch zum spirituellen Rückgrat der katholischen Kirche. Allen voran seien Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Thérèse de Lisieux und Edith Stein genannt, aber die Geschichte des Ordens ist natürlich noch viel reicher.

Beispielsweise gedenken wir heute der Hl. Theresia vom hl. Augustinus und Gefährtinnen.

Theresia vom hl. Augustinus, mit bürgerlichem Namen Madeleine-Claudine Ledoine, und weitere fünfzehn Karmelitinnen, darunter Marie-Françoise Gabrielle de Croissy, Marie-Gabrielle Trézel, Anne-Marie-Madeleine Thouret mit dem Ordensnamen Charlotte, Marie-Antoinette Brideau, Marie-Antoniette Hanisset, Marie-Anne Piedcourt, Rose-Christin von Neuville, Anne Petras, Marie Claude Cyprienne Brard, Marie-Geneviève Meunier, Angélique Roussel, Marie Dufour und Juliette Vérolot, wurden während der französischen Revolution 1792 aus ihrem Kloster in Compiègne vertrieben. Am 24. Juni 1794 wurden sie verhaftet, weil sie ob ihrer Treue zur Kirche und zum Ordensberuf den Eid auf die Zivilkonstitution widerriefen. Sie wurden sie zum Tod verurteilt und in Paris enthauptet; vor ihrem Tod erneuerten sie ihre Ordensgelübde, betend und singend bestiegen sie das Schafott.

Die Frucht der Berufungen des Karmel liegt in den bereits genannten Wurzeln des Ordens: In Jesus Christus, der Berthold von Kalabrien zur Umkehr ruft, und der Gottesmutter Maria, die als seligste Jungfrau Maria vom Berge Karmel auf ganz besondere Weise verehrt wird.

Mit dem Erscheinen Jesu von Nazareth, dem Sohn Gottes, endet das Zeitalter der Propheten. Wollten wir aktuelle prophetische Worte suchen, dann sind diese in „neuzeitlichen Offenbarungen“ Jesu, wie sie unter anderem Gabrielle Bossis geschenkt wurden, zu finden, oder in Marienerscheinungen, die bis in unsere Zeit reichen.

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Gestern ist es mir in der wunderschön zelebrierten Messe zum Hochfest des Karmel bei den Karmelitinnen in Mayerling so klar vor Augen geführt worden:

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Die unglaubliche Frucht des Karmel erscheint wie eine Antwort des Himmels und veranschaulicht, wie all die Jahrhunderte voller Berufungen unter dem Schutz Mariens und die bis heute andauernden Marienoffenbarungen von der spirituellen Gnade der Gottesmutter künden: Maria ist unsere Prophetin der Endzeit.

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