Jesum Habemus Socium

Menschen lernst du kennen, um sie zu lieben, Jesus liebst du, um Ihn kennenzulernen.

#15 Life Ball und Aids, ein schlechter Scherz

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Wie viele andere ziehe ich den Hut vor dem größten und erfolgreichsten Charity-Event des Jahres in Österreich.
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Ginge es zum Beispiel um Brustkrebshilfe, wäre auch alles in Ordnung mit dieser Form des Charity-Events. Da kommen Politiker, Persönlichkeiten und Repräsentanten milliardenschwerer Kosmetik-Imperien (Estée Lauder und Co.) und ziehen im Rahmen eines schrillen Spektakels ein recht perfektes Fund-Raising auf. Es wird „Aufklärung“ betrieben und alle sind einer Meinung: Medikamente müssen dort hin, wo sie gebraucht werden; Information und Vorbeugung sind das Gebot der Stunde.

Aber für Aids transportiert diese (durchaus gut gemeinte – und nebenbei auch unterhaltsame) Form der Hilfe… einfach nicht die richtigen messages. Fünf Punkte belegen diesen Befund:

1. Alle sprechen von Medikamenten, Kampagnen und Kondomen: Wer aber spricht von Armut als Aidsmultiplikator #1?

Die ungehemmte Ausbreitung von Aids ist in allererster Linie als Geißel der Armut zu sehen. Simbabwe als das Land mit der vierthöchsten HIV-Rate [2005=20%]  (nur Botswana [24%], Lesotho [23%]und Swaziland [26%] stehen noch schlechter da) ist gleichzeitig eines der ärmsten Länder Afrikas.

Aids-Experte Lungu: „Sie werden sehen: Wo die Armut groß ist, dort haben wir auch das größte HIV/Aids-Problem. Und man fragt sich, warum ändern sie nicht ihre Gewohnheiten, wenn sie sehen, dass ihre Verwandten sterben!? – Aber die immer noch vielen Prostituierten in den Straßen von Harare sagen: Ich habe keine andere Wahl: Ich habe Kinder zu füttern und niemand gibt mir Arbeit.“

2. Gelder fließen in Kondom-Kampagnen, aber nicht in die Bekämpfung der Übertragungsfaktoren wie Mangelernährung!

„Dass vor allem auch Mangelernährung ein Faktor bei der Ansteckung mit Aids sein dürfte, hat HIV-Entdecker Luc Montagnier erst kürzlich postuliert. Wer ein ohnehin schon schwaches Immunsystem hat, wird demnach eher infiziert, als jemand der genug Geld hat, sich gesund zu ernähren. Eine Chance, die die Familie Maguru nicht hatte.“ (ORF-Bericht)

3. Alle sagen, Kondome seien die wichtige und selbstverständliche Vorbeugungsmaßnahme gegen Aids: Warum muss es ausgerechnet die „westlichste“ aller Maßnahmen sein?

Der Senior Havard Forscher Dr. Edward Green erklärt, dass das Fördern liberaler westlicher Ideologien für die meisten Afrikaner als anstößig gilt, da diese konservativ empfinden, wenn es um sexuelles Verhalten geht. Green beschreibt Afrikaner als am Weltstandard gemessen sehr religiös. Sie empfinden es als anstößig, wenn Lastwagen zu Rockmusik durch Dörfer fahren und an Teenager und Kinder Kondome verteilen.

4. Wie ist es eigentlich zu rechtfertigen, dass Aids-Aktivisten eine überhebliche Bevormundung von Afrikanern und Christen betreiben?

Zum zweiten handelt es sich um eine grobe Bevormundung der afrikanischen Bevölkerung, wenn westliche Medien der Bevölkerung des ältesten Kontinents vorschreiben, was sie zu denken hätten. Auf Radio Vatikan findet sich folgendes Zitat: „Vor allem wollen wir mit unserer Demonstration dem Papst für seine Unterstützung für Afrika danken. Wir Afrikaner jedenfalls haben seine Botschaft verstanden, auch wenn die internationale Gemeinschaft von falschen und diffamierenden Polemiken abgelenkt worden ist! Der internationalen Gemeinschaft wollen wir sagen, dass Afrika kein Kontinent der Kondome ist. Sie behandeln uns, als wären wir behindert.“

5. Wie kann es sein, dass selbsterklärte Humanisten Erkenntnisse der modernen Wissenschaft leugnen?

Zudem ist es besonders in wissenschaftlicher Hinsicht wider jedes bessere Wissen, Kondome als Waffe Nummer eins gegen AIDS zu propagieren. Dazu der AIDS-Forscher Dr. Edward Green von der Harvard University: Allgemein anerkannt in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist, so Green, dass Kondome die HIV-Infektionsrate senken, aber nach vielfältigen Studien haben Forscher herausgefunden, dass das Gegenteil der Fall ist. “Wir können [in Afrika] einfach keinen Zusammenhang zwischen erhöhtem Kondomgebrauch und reduzierten HIV-Raten finden“.

Wenn man sich diese Faktoren und Zusammenhänge vor Augen hält – Armut, Mangelernährung, Kondom-Ideologie, Bevormundung, Forschungsverleugnung – dann ist es vorbei mit dem simplen Befürworten von Aids-Charity-Events. Nur ein komplexes Zusammenwirken von Verhaltensänderungen, Medikamentenversorgung und Armutsbekämpfung kann den kontinuierlichen Abbau der Infektionsraten bewirken, wie der Leiter von UNAIDS bestätigt:

Nach dem Rückgang der Aids-Verbreitungsrate von 22 auf 20% bei 15-19jährigen erklärte Dr. Peter Piot von UNAIDS: “The declines in HIV rates have been due to changes in behaviour, including increased use of condoms, people delaying the first time they have sexual intercourse, and people having fewer sexual partners.”

Uganda zog die Lehren aus diesen Erkenntnissen und man sagte: “Wenn ihr wechselnde Sex-Partner habt, dann holt ihr euch AIDS”. In Uganda, einem Land, das eine Reduktion der AIDS-Fälle um zwei Drittel zu verzeichnen hat, erkannten die Offiziellen, dass selbst abseits kultureller und religiöser Gründe, “niemand Kondome mochte”. Daher wartete man nicht auf die Ankunft amerikanischer oder europäischer Ratgeber, sondern entwickelte ein Programm, welches zur Kultur passte mit der Hauptbotschaft: “Bleibt bei einem Partner oder bleibt in der Liebe treu!“

Wie steht es nun mit der Position des Vatikans, die so gerne angefeindet wird?

Die von Papst Benedikt XVI. getätigten Kommentare bezüglich des Kondomeinsatzes (anlässlich seiner Afrika-Reise) waren Teil einer Erläuterung des doppelten Ansatzes der Kirche in der AIDS-Bekämpfung. In seiner Antwort betonte der Papst, dass man AIDS nicht mit Werbeslogans und Kondomverteilung überwinden kann und argumentierte, dass sie das Problem verschärfen.“ Es geht also um Hilfeleistung bei Betroffenen einerseits, und um Erziehung zu Treue und Monogamie andererseits.

Interessant ist es, den afrikanischen Fundamentalheologen Filomeno Lopez zum Thema zu hören, der aufzeigt, wie einseitig die Sichtweisen der westlichen Medien sind.

Ich will hier fragen, ob der Norden jemals so eine Polemik vom Zaum brechen würde rund um Malaria, TBC und Hunger. Das sind die drei Dinge, die WIRKLICH die afrikanische Bevölkerung dezimieren. Aids ist ein Problem, aber es steht nicht an erster Stelle. Wen haben Sie im Westen jemals über Malaria sprechen gehört? Über Hunger? Beides sind politische Fragen, die der Westen gelöst hat. Aids ist ein Thema, weil es noch keinen Impfstoff gibt. Aber sobald es einen Impfstoff gibt – wird sich dann Europa dann immer noch als Verteidiger Afrikas gerieren? In Sachen Aids war für Afrikaner die interessanteste Forderung des Papstes jene, dass die anti-retroviralen Aids-Medikamente weiterhin gratis sein müssen. Das ist es, was die Afrikaner interessierte. Denn die einzige moralische Autorität, die diese Forderung bisher erhoben hat, ist Mandela. Wir Afrikaner wissen alle, dass die Pharmariesen nur darauf warten, dass Mandela abtritt. Nun hat also der Papst in Afrika dieselbe Botschaft verbreitet. Das hat eine enorme Bedeutung für die Afrikaner. Es bedeutet, ihr könnt auf uns zählen, wenn es darum geht, weiterhin dieselbe Behandlung zu erhalten.

In Summe mag man dem Vatikan mangelndes Engagement in der Armutsbekämpfung in Afrika vorwerfen, während in allen anderen Punkten einschließlich des Respekts vor der jeweiligen Kultur ganz deutlich auf Freispruch zu plädieren ist. Letztere Formulierung ist natürlich ironisch zu lesen, denn es kann bei jeder weiteren ernsthaften Diskussion nicht um Schuld- oder Freispruch gehen, sondern um Vorbildwirkung, am besten mit fundierten Maßnahmen.

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