Jesum Habemus Socium

Menschen lernst du kennen, um sie zu lieben, Jesus liebst du, um Ihn kennenzulernen.

#23 Edith Stein interpretiert Teresa von Avila

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Zum Gedenktag der Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz möchte ich an eine Schrift erinnern, die vor einem Jahr auf zeitzubeten publiziert wurde und von Elsa als „Perle“ bezeichnet wurde: Edith Stein als Interpretin Teresas von Ávila. Dort liest man zum Thema Beten:

Bei dieser ihrer Darstellung gewährt uns Edith Stein einen Blick auf ihre eigene Art zu beten: „Das Gebet ist der Verkehr der Seele mit Gott. Gott ist die Liebe, und die Liebe ist sich selbst verschenkende Güte; eine Seinsfülle, die nicht in sich selbst beschlossen bleiben, sondern sich andern mitteilen, andere mit sich beschenken und beglücken will. Dieser sich selbst ausspendenden Gottesliebe verdankt die ganze Schöpfung ihr Dasein. Die höchsten aller Geschöpfe aber sind die geistbegabten  Wesen,  die  Gottes  Liebe  verstehend  empfangen  und  frei  erwidern  können:  die  Engel  und Menschenseelen. Das Gebet ist die höchste Leistung, deren der Menschengeist fähig ist. Aber es ist nicht  allein  menschliche  Leistung.  Das  Gebet  ist  eine  Jakobsleiter, auf  der  des  Menschen  Geist  zu Gott empor- und Gottes Gnade zum Menschen herniedersteigt.

Über welche intellektuellen Fähigkeiten Edith Stein verfügte, belegt ein weiteres Zitat aus dem genannten Text:

…kommt sie auf die Frage zurück, „ob nicht am Ende doch die Pforte des Gebetes der einzige Zugang zum Innern der Seele sei.“ (46) Als einen gewissen Beweis gelten ihr die Bahnbrecher der  neuesten  Geistes-  und  Seelenwissenschaften  –  „ich  denke  vor  allem  an  Dilthey,  Brentano, Husserl und ihre Schülerkreise –, von denen sie zwar nicht den Eindruck hat, „als ob sie religiös bestimmt wären und‚ durch die Pforte des Gebetes eingegangen’ waren“, (47) doch „wird man nicht leicht ein  bloßes  Nebeneinander  annehmen,  sondern  einen  tiefen  Zusammenhang  vermuten  dürfen.“ (48)  So öffnet Edith Stein die modernen Wissenschaften in Richtung auf das, was Teresa von Ávila im Bezug auf das Beten sagt. Müssen wir etwa unsere Vorstellung von Beten erweitern? Wir wissen, dass für Edith Stein das „Suchen nach der Wahrheit ein einziges Gebet war,“ (49) und sie überzeugt war, dass jemand, der „die Wahrheit sucht, Gott sucht, ob es ihm klar ist oder nicht.“

Schließlich setzt sie der großen Teresa ein beeindruckendes Denkmal:

Die wunderbare Bildungsarbeit unserer heiligen Mutter hat mit ihrem Tode nicht geendet. Ihre Wirkung erstreckt sich über die Grenzen ihres Volkes und ihres Ordens hinaus, ja sie bleibt nicht einmal auf die Kirche beschränkt, sondern greift auch auf Außenstehende über. (69) Die Kraft ihrer Sprache, die Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit ihrer Darstellung schließen die Herzen auf und tragen göttliches Leben hinein.

Eine Leseempfehlung!

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