Jesum Habemus Socium

Menschen lernst du kennen, um sie zu lieben, Jesus liebst du, um Ihn kennenzulernen.

#46 Greek Intelligentsia – stay at home!

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Das passt doch, der letzte Artikel beschreibt das Gesicht des modernen Humanismus, und seit einiger Zeit beweist die griechische Intelligenzia, was Humanismus bedeutet: Wie in den Medien aktuell berichtet wird, verlassen die griechischen Eliten bereits das Land.

Die These lautet nun nicht, dass die Menschen, die „fit genug“ sind, ihr griechisches Heimatland zu verlassen, „schlechte Menschen“ sind.

Nein, die Hypothese lautet, dass die Verhaltensweisen dieser Eliten exakt den modernen Grundsätzen des Humanismus entsprechen. So wie in Unternehmen zu beobachten ist, dass die Besten und Intelligenten das sinkende Schiff zuerst verlassen, können wir das aktuell im Land mit der großen Geschichte beobachten.

Welche Grundsätze sind dabei ausschlaggebend? Überprüfen wir Einstellungen und Verhaltensmuster der Eliten an den 12 Grundsätzen des Humanismus:

1. Die Ausklammerung von Metaphysik und Theologie:

Welche Menschen, die ein gesundes und lebendiges Verhältnis zu Religion und Transzendenz haben, verlassen zu einem Zeitpunkt, an dem noch an der Zukunft des eigenen Landes gearbeitet wird – und ohne auf unmittelbare Weise bedroht zu sein – ihre Heimat? Im Umkehrschluss heisst das: Eliten ohne aktives religiöses Bekenntnis werden ihr Glück in Regionen mit ausreichenden Ressourcen suchen.

2. Das Ziel der unbegrenzten Forschung:

Das liefert einen einfachen und überzeugenden Grund: In einem wirtschaftlich extrem gebeutelten Land ist Forschung nur in sehr begrenztem Maß möglich: Nichts wie weg!

3. Die Natur beruht dem Wesen nach auf physikalisch-chemischen Grundlagen:

Griechisches Theater, hellenistische Philosophie, alte Traditionen aus der reichen griechischen Geschichte: Die Kultur und Ästhetik des Heimatlandes kann in einer Welt, die physikalisch-chemisch erklärt wird, nur nachrangige Bedeutung haben.

4. Aufgrund der Thesen des nicht reduktiven Materialismus sind mentale Phänomene auf physikalische Ereignisse zurückzuführen:

Das ist doch beruhigend. Mentale und unberechenbare Einflussfaktoren werden ausgeschlossen, Entscheidungen können ganz nach dem Muster naturwissenschaftlicher Beweisführungen getroffen werden.

5. Die These eines „intelligenten Plans“ wird aufgrund von Hypothesen, die mit Wahrscheinlichkeiten begründet werden, ausgeschlossen:

Fantastisch, wir können die Gottesfrage ausklammern, denn Gott existiert „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht“. Wo aber Gott nicht existiert, entscheide ich allein über meine Existenz – und da soll ich in einem Land ohne wirtschaftliche Grundlagen leben?

6. Naturwissenschaftlich gebildete Eliten haben das Entscheidungsrecht ganz besonders für diejenigen Angelegenheiten, die über Leben und Tod befinden:

Naturwissenschaftlich und technologisch gebildete Eliten gibt es vor allem in den Ländern, die wirtschaftlich gut versorgt sind und blühen. Wenn das kein Grund ist, sich für das Leben in wirtschaftlich gut gestellten Ländern zu entscheiden!

7. Das christliche Wertesystem hat, weil es wie andere Religionen auf Aberglauben beruht, keine weitere gesellschaftliche Berechtigung.

Als Mensch, der bei aller Geringschätzung der Religionen doch einen gewissen Wert auf kulturelle und weltanschauliche Vielfalt legt, will ich nicht in einer Gesellschaft leben, die diese Vielfalt schon allein aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nicht garantieren kann.

8. Die humanistische Ethik verwendet die Parameter Glück, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit.

Wie kann ich erwarten, dass Selbstbestimmung, Glück und soziale Gerechtigkeit in einem Land aufrecht erhalten werden können, das über keine ausreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ressourcen verfügt?

9. Der humanistische Sittenkodex übernimmt eine Reihe von Geboten aus religiösen Wertesystemen, ohne die gesellschaftliche Keimzelle Familie (Hetero-Ehe) ausdrücklich einzubinden. Jederzeit auflösbare zivilrechtliche Partnerschaften einschließlich Homo-Ehe bilden das erklärte Gegenmodell zur christlichen Ehe.

Wie kann man davon ausgehen, dass ein massiv gefährdetes Staatswesen dazu beitragen wird, dass alle legislativen und exekutiven Rahmenbedingungen geschaffen bzw. aufrechterhalten werden, damit homo- und transsexuelle Singles und Partnerschaften, Obdachlose und Flüchtlinge, Behinderte und Kranke ein menschenwürdiges Dasein führen können?

10. Obwohl von den Eltern vermittelte sittliche Grundsätze von großer Bedeutung sind, dürfen Eltern laut Manifest nicht ihre eigenen religiösen Anschauungen auf ihre Kinder übertragen.

Wird ein Staat, der mit seinem wirtschaftlichen Überleben zu kämpfen hat, in seiner Verwaltung genügend Ressourcen aufbringen können, um die Indoktrinierung von Kindern zu verhindern?

11. Die Humanisten werden die Debatte über die Sterbehilfe insbesondere in den Wohlstandsgesellschaften verstärkt führen, um unnötiges Leiden zu verkürzen und sogar den Tod schneller herbeizuführen.

Wie soll eine Gesellschaft, die materiell (und intellektuell) ausblutet, humanistische Kampagnen führen, um die Werte der Selbstbestimmung, Freiheit und Würde des Menschen zu transportieren und zu verankern?

12. Für atheistische Humanisten gibt es kein Leben nach dem Tod. Das Leben ist dem Wesen nach sinnlos.

Angesichts eines dem Wesen nach sinnlosen Lebens stellt sich die Frage, ob mein Leben vernünftigerweise in einem Land stattfinden soll, dessen Ressourcen (materiell, kulturell, wissenschaftlich,…) nachweislich extrem begrenzt sind?


Wie auf anschauliche Weise dargelegt wurde, ist ein angestrebtes Leben nach humanistischen Idealen in Regionen, die ganz besonders unter knappen Ressourcen (welcher Art auch immer) leiden, nicht wirklich vorstellbar.

Auch wenn für den einzelnen Menschen, oder für bestimmte Familien, nur wenige der angeführten 12 Schlussfolgerungen entscheidungsrelevant für den Schritt zur Auswanderung sind: Der vernunftorientiert vorgehende humanistisch orientierte Mensch wird sich bei besonders knappen Ressourcen für die Migration entscheiden.

Ganz klar, der Einwand wird lauten, dass gläubige Menschen im allgemeinen auch keine selbstlosen Wunderwuzzis sind. Doch aktuelle evolutionsbiologische Forschungen (z.B. „Die Evolution der Kooperation“, Prof. R. Axelrod, University of Michigan) legen den Schluss nahe, dass (vernunftorientierte) Kooperation und (radikaler) Altruismus unterschiedlichen Weltanschauungen zuzuordnen sind: In den allerletzten Entscheidungsgründen wird der Vernunftmensch im besten Fall schauen, ob selbstlose Kooperation noch irgendeinen Sinn macht, wogegen dem Glaubensmenschen selbst unter aussichtslosen Bedingungen geistige (transzendente) Ressourcen zu Verfügung stehen, auch gegen jede Vernunft seinen Einsatz zu leisten.

Wer will dagegen wetten, dass die Ersten, die das Land (aktuell Griechenland) verlassen, gänzlich ohne Konfession oder zumindest ohne aktiv ausgeübte Religionszugehörigkeit sind?

Also, Hellas, quo vadis?

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PS: Dieser Beitrag mag manchem Leser – angesichts des Leids, das in Griechenland spürbar wird – herzlos und zynisch erscheinen. Man bedenke aber, dass es bei der gewählten Art der Argumentation nicht um die Anteilnahme am Schicksal der Menschen eines wirtschaftlich besonders gefährdeten Landes gehen kann, sondern darum, die Realitäten eines Humanismus aufzuzeigen, der von einer beeindruckenden Schar von Nobelpreisträgern unterschrieben wurde und unterstützt wird.
Es soll schließlich kein Zweifel daran bestehen, dass ich allen Bewohnern Griechenlands, die um ihre und die Zukunft ihres Landes besorgt sind, meine Sorge und mein Gebet versichere.

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