Jesum Habemus Socium

Menschen lernst du kennen, um sie zu lieben, Jesus liebst du, um Ihn kennenzulernen.


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#29 Kleines Wunder – Täubchens Text fliegt bis zu Friederike Mayröcker

Täubchens (columbulus) Text ist gestern bis zu Friederike Mayröcker geflogen – was habe ich denn da angerichtet? – Nun, nichts schlimmes, wie es scheint, sondern dieser kleine

Text über die große Dame Friederike Mayröcker hat nicht nur mir und einigen Lesern, sondern vielleicht auch der Autorin selbst eine kleine Freude bereitet…, jedenfalls klingt folgendes E-Mail, aus dem ich zitieren möchte, alles andere als verärgert ;-)

Lieber Columbulus – oder wohl genauer (??) liebe Columbulus,
gestern erhielt ich von der Schriftführerin der Friederike Mayröcker Gesellschaft (die mir alle Internet-Artikel weiterschickt, in denen Mayröcker vorkommt) : #28 Ein stilles Singen der Seele…
Auch wenn bei „Über Columbulus“ : steht : „aus der Sicht eines einfachen (mitteilungsbedürftigen?!) Katholiken“ – habe ich noch einige Fragen an und zu Columbulus . .
Woher kennst Du so viele Mayröcker Texte?? –
Ja, es stimmt : das Gedicht „Ich lasse Dich nicht Du segnest mich denn“ ist ein ziemlich frühes FM-Gedicht. Es ist am 22.9.1946 geschrieben – davor gibt es nur 10 von 1946, eines von 1942 und 2 von 1939, in Gesammelte Gedichte 1939-2003 veröffentlicht.
Eine Doktorarbeit über FMs Lyrik, die in Wien geschrieben wurde, behauptet Anklänge dieses Gedichtes an die Genesis, an Bachkantate BWV 157, an den Choral BWV 157 , an 1.Mose 32,27 und an Jakobs Kampf mit dem Engel, was ja ganz offensichtlich ist.

[…]

Liebe Grüße an jemanden, der FM liest und liebt – und auch am 20.12. Geburtstag hat – von C.F. (Wien)

Bevor der Gruß fertig geschrieben war, rief FM an. – Ich las ihr einiges aus „Ein stilles Singen der Seele“ vor . . .

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Neben der Freude, dieses Mail erhalten zu haben, schäme ich mich ein bisserl, denn so viele Mayröcker-Texte kenne ich ja gar nicht… doch in Fragen der Wertschätzung geht es weniger um Quantitäten, und so bin ich jemand, der FM für ihre ganz wunderbare Kunst liebt, ja, das will ich gerne bekräftigen!

Gott segne FM!

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#28 Ein stilles Singen der Seele…

Ein stilles Singen der Seele kommt einer himmelwärts gerichteten Musik, so wie mein kleines Bewusstsein sie sich vorzustellen vermag, schon recht nahe. „Still“ jetzt nicht in dem Sinn, dass ein kräftiges Singen unbedingt weniger schön sein muss. Es geht wohl mehr um (eine stille) Sehnsucht, eine starke Sehnsucht zu dem einen Gott, dem Gott des Kreuzes und der Liebe.

Gott hat den Menschen dazu erschaffen, der Schöpfung ein Vorsänger zu sein, damit er allen Lobpreis sammle und ihm darbringe, auch den unbewussten Lobpreis, den jedes Geschöpf Gott entgegenbringt, indem es sich Seinen Gesetzen unterwirft und Seine Größe, Seine Schönheit und Seine Macht ausstrahlt. Jedes Geschöpf verherrlicht Gott, doch der Mensch allein [dank seiner gottgebenen Rolle in der Schöpfung] kann Gott einen Lobpreis der Anbetung singen. (Julienne du Rosaire, Ordensgründerin)

Sehnsucht lässt sich fühlen, singen – und in lyrischen Worten ausdrücken. Daran musste ich denken, als ich im TeDeum einen Hymnus der großen alten Dame der Lyrik, Friederike Mayröcker, las. Mayröckers Ausdrucksformen, vor allem in späteren Jahren, sind ganz besonders eigen (weil über Jahrzehnte immer wieder neu geschöpft), und lassen sich wohl nur intuitiv erfassen… bei manchen ihrer Zeilen wird mein Innerstes doch sehr stark berührt, das darf man doch zugeben?

Der folgende Hymnus stammt vermutlich aus früheren Jahren und ist für mayröckersche Verhältnisse in sehr einfachen Worten gehalten; wenn man über das ‚Schwärmen‘ ein wenig hinwegliest, vielleicht die Augen schließt, kann es durchaus passieren, dass die Seele in bisserl in Schwingung gerät…

Ich lasse Dich nicht Du segnest mich denn
Ich lobpreise ich lobsinge
Ich lobe Dich in Deinen Monden in Deinen
schmalen wiegenden messingfarbenen Monden
die meine Nacht klar machen

Ich lobe Dich ich preise Dich in Deinen
Sonnen die übereinanderwogen in Deinen
dürstenden Horizonten

Ich preise Dich in Deinen Wiesen in Deinen
süßen unberührten wehenden Wiesen in Deinen
purpurnen Augustwiesen

Ich lobsinge Dir in Deinem flammenden Wald
in Deinem Wald über ihm die wandernden
leichten damastenen Wolken

Ich bete Dich an in allen Deinen Geschöpfen
in Deinen flüchtigen hellen ängstlichen blinden
einsamen holden Geschöpfen.
(Friederike Mayröcker)

Wem dieser Ausflug zu lyrisch erscheint, möge vielleicht den Hinweis annehmen können, dass der Lobpreis für unseren liebenden Gott und seine Schöpfung nicht nur über das gesprochene Gebet und wunderbare Musik – sondern auch über andere Kunstformen (wie der Lyrik und auch der Malerei) möglich ist…

…und vor allem: Gott sei mit euch!

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Kleiner Anhang:
Im Prosaband „Die kommunizierenden Gefäße“ heißt es über den literarischen Alltag Friederike Mayröckers:

Ich beginne den Tag indem ich versuche, jegliche kleinste Verrichtung, jeden Handgriff, zu verbalisieren, das ist 1 Schreiben hinter dem Schreiben, sage ich, es löst sich alles in Sprache auf (…)

Mayröckers gesammeltes lyrisches Werk umfasst viele hundert Seiten, jüngst kamen unter dem Titel „dieses Jäckchen (nämlich) des Vogels Greif“ die 2004 bis 2009 entstandenen Gedichte hinzu. Im letzten dort abgedruckten Text, der aus dem März 2009 stammt, heißt es:

ich / habe ja erst angefangen zu schauen zu sprechen zu schreiben zu weinen.

Erst angefangen zu schauen, so versuche ich auch immer wieder an einen neuen Tag heranzugehen… kleine Seelenverwandtschaft vielleicht… bin wie Friederike am 20.Dezember geboren… jetzt aber Vorhang!! Schluß!!! Ende!!!


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#20 Novene für die Opfer und Hinterbliebenen der Loveparade Duisburg

Auf zeitzubeten gibt es den Aufruf zu einer Gebetesnovene für die Opfer und Hinterbliebenen der Loveparade Duisburg.

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Das Gebet auf zeitzubeten lautet:

O Jesus,
Du Spender der Gnade und Barmherzigkeit,
höre unser demütiges Gebet
für die Toten der Loveparade Duisburg.

Gib allen Verunglückten, Überlebenden und Hinterbliebenen
eine strahlende und feste Hoffnung auf Erlösung,
die immer weiter wachsen möge
bis zu Deiner Wiederkunft in Herrlichkeit.

In ihrer Einsamkeit tröste alle,
in ihren Sorgen stärke alle,
in ihren Enttäuschungen schenke ihnen die Erkenntnis,
dass es das Leid ist, durch das die Seele gereinigt wird,
und zeige ihnen, dass sie alle weiter gebraucht werden
von den Menschen, Familien und Gemeinden,
dass sie gebraucht werden für die Seelen der Getöteten,
dass sie alle gebraucht werden für das Werk der Erlösung.

O liebende Mutter Maria, Mutter unserer Kirche,
nimm Dir all die Opfer und Hinterbliebenen zu Herzen,
die Dir durch Tod und Gebet jetzt nahe sind,
die um Vergebung durch Deinen Sohn flehen,
der uns am Kreuz in Liebe zum Vater bereits erlöst hat,
dass Er uns weiter führt durch diese Welt,
hin zum ewigen Leben im Reich des Vaters.

Sei ihr Trost, sei ihre Freude, sei ihre Stärke,
und hilf allen auf dem Weg zu Christus, unserem Herrn.
Amen.

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Schließt euch bitte an!

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Noch ein Hinweis zu einer guten Initiative: Isabella Gründhammer hat auf Facebook eine Gebetsgruppe gegründet.